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hoerbuch-kritiken.de (November 2006)
Rezension - Giacomo Casanova. Die Abenteuer des größten Verführers

Das Hörbuch enthält zwei Erzählungen Casanovas:

Der unglückliche Canonikus

Nachdem Casanova einen störenden Nebenbuhler bei seinem Werben um die Gunst der schönen Madame Sax in einem mehrtägigen Kartenspiel besiegt und bloßgestellt hat, verspürt der Lebemann den Drang zu weiteren Abenteuern und Eroberungen amouröser Natur. So begibt er sich, natürlich in der Begleitung zweier schöner Damen, zunächst nach Basel. Doch sein Aufenthalt dort ist wesentlich kürzer, als dies der berühmte Liebhaber eigentlich geplant hatte. Als er eines nachts die Kammer seiner Angebeteten betritt, trifft er zu seinem Erstaunen auf einen nackten Jüngling, der sich auch noch als Kirchenmann entpuppt. Doch Casanova wäre nicht Casanova, wenn er dieser Situation nicht auch *unterhaltsame* Aspekte abzugewinnen wüßte. So erschreckt er den jungen Canonikus zu Tode, indem er ihn zu einem Duell auffordert. Dieser lehnt verständlicherweise ab, und so schuldet er dem größten Verführer aller Zeiten eine Gefälligkeit. Ein Umstand, der dazu führt, dass Casanova mit der schönen 22-jährigen Helene zusammentrifft...

Das hilfreiche Gewitter

Am Himmelfahrtstag wird eine Geselleschaft, in der sich auch Giacomo Casanova befindet, von einem heftigen Gewitter überrascht. Das Unwetter erweist sich jedoch als außerordentlich hilfreich, zumindest für seine Ziele. Kommt Casanova doch so der sich ängstlich anklammernden Dame, die ihm zuvor erfolgreich zu widerstehen vermochte, erheblich näher. Und es gelingt ihm, seine schöne Begleiterin nicht nur von ihrer Angst vor Gewittern zu befreien...

Bei dieser Inszenierung erwacht die Zeit des Rokokko erneut zum Leben. Und natürlich das Wirken eines ihrer berühmtesten und schillerndsten Vertreter: Giacomo Casanova. Es gibt wohl kaum jemanden, der mit diesem Namen nichts anzufangen wüßte. Seine frivolen erotischen Abenteuer machten ihn auf der ganzen Welt bekannt und zu einem Synonym für Verführungskunst. Glamourös wie die Zeitepoche selbst - so kann man auch dieses Hörspiel bezeichnen. Für eine entsprechende Atmosphäre sorgen nicht nur die auf der ganzen Linie überzeugenden Sprecher, sondern auch Geräuschkulisse und Musik, beide passend und selbst den verwöhntesten Höher nicht enttäuschend. Auch nach mehrmaligem Anhören verliert das Hörspiel nicht an Reiz.

Dem Zauber der romantischen, anspruchsvollen und mitunter humorvollen Sprache gerecht zu werden, mit welcher Casanova seine Geschichten zu erzählen wusste, ist nicht einfach. Das aber, so steht fest, ist den Produzenten ausgezeichnet gelungen. Und bei der Gelegenheit versäumte sie es auch nicht, den Philosophen und Verehrer Voltaires hörspielgerecht auferstehen zu lassen.

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